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Vorbericht zur Shipping-Technics-Logistics 2021

2. September 2021

Der RADARpilot720° steht seit dem Frühsommer dieses Jahres auf einer neuen Plattform zur Verfügung. Sie zeichnet sich durch einen neuen, leistungsfähigen Rechner aus, der über ausreichend Schnittstellen verfügt, um eine Vielzahl an Sensoren einlesen zu können. Die seriellen Schnittstellen besitzen eine galvanische Trennung, die den Installationsaufwand gegenüber der bisherigen Variante reduziert. 
Es kommt ein aktuelles Linux-Betriebssystem auf 64-Bit Basis zum Einsatz. Das System erfüllt die Anforderungen von Inland-ECDIS Standards in der Version 2.4 . Weitere Verbesserungen wurden unter anderem an der Auswahl von Leitlinien und am Interface zum argoTrackPilot vorgenommen. Falls an Bord noch ein RADARpilot720° der Version 4.1 im Einsatz ist empfehlen wir einen Upgrade auf dieses aktuelle System. 

Für den RADARpilot720° steht ein Downloadservice für die Karten zur Verfügung, der zeitnah neue Versionen der Karten an Bord zur Verfügung stellt. Dies betrifft insbesondere die Karten aus dem Bereich von Zeeland (NL), für die einmal in der Woche Updates veröffentlicht werden.

Für den RADARpilot720° stehen jetzt auch CoVadem-Karten zur Verfügung. Diese Karten ergänzen Tiefeninformationen für den Rhein und andere Flüsse. Die Tiefendaten basieren auf Echolotmessungen vieler Schiffe, die täglich zentral in Tiefenkarten umgesetzt werden. Diese Tiefenkarten werden entsprechend täglich über eine mobile Internetverbindung an Bord aktualisiert. Damit stehen für die Navigation tagesaktuelle Tiefeninformationen zur Verfügung. Diese Tiefeninformationen sind eine wertvolle Ergänzung zu den normalen Karten für die Navigation, insbesondere bei niedrigen Wasserständen. 

Laserscanner sind eine hilfreiche Ergänzung, wenn es um präzise Navigation in begrenzten Bereichen geht. Sie können die Umgebung bis in Entfernungen von 100 m mit Zentimetergenauigkeit erfassen. Das beste Anwendungsbeispiel dafür ist die Schleuseneinfahrt. Mit einem Laserscanner kann exakt dargestellt werden, wo sich der Bug oder das Heck des Schiffs relativ zu den Schleusenwänden befinden.
Auf dem Messestand wird eine Studie gezeigt, wie ein entsprechendes System aussehen kann.  

Ebenfalls vorgestellt wird ein System zur Brückenanfahrwarnung, das auf hochgenauem GNSS (Global Navigation Satellite System) beruht. GNSS ist der Überbegriff für die verschiedenen Satellitennavigationssysteme, das US-amerikanische GPS, das russische GLONAS, das europäische GALILEO sowie das chinesische BEIDOU.  Mit Hilfe spezieller Korrekturdaten und Verarbeitungsmethoden aus dem Vermessungsbereich kann die dreidimensionale Position der GNSS-Antenne mit Zentimetergenauigkeit bestimmt werden.  Die Brückenanfahrwarnung nutzt die Höheninformation um schon weit vor einer Brücke überprüfen zu können, ob das Steuerhaus abgesenkt werden muss oder nicht. Eine Sichtverbindung ist dazu nicht erforderlich. 

Die genauen Positions- und Headingdaten erlauben darüber hinaus eine entsprechend genaue Erfassung der Bewegung des Schiffs sowie eine Darstellung der genauen Position, z.B. vor einer Schleuse. Damit steht gleichzeitig auch ein Assistenzsystem für die Schleuseneinfahrt zur Verfügung. Der Schleusenassistent zeigt im Vorhafen zusätzliche Ansteuerlinien in Verlängerung der Wände der Schleusenkammer an, die die Ausrichtung des Schiffes bei der Einfahrt erleichtern. Er erlaubt die Auswahl einer Schleusenkammer und zeigt dann die seitliche Abweichung von Bug und Heck von der Mitte der Schleusenkammer an.  Optional kann er mit einem Laserscanner kombiniert werden kann.